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Title Case oder Sentence Case: Welche Schreibweise passt wann?

Schreibst du auf Englisch, nimm für fast alles, was auf einem Bildschirm landet, die Satzform (Sentence Case): Seitenüberschriften, Zwischenüberschriften, Buttons, Menüs, Formularbeschriftungen und E-Mail-Betreffzeilen. Die Titelform (Title Case) nimmst du dort, wo eine Konvention, die du benennen kannst, sie verlangt: für den Titel eines Buchs, Films oder Artikels, bei einer Publikation, deren Hausstil Überschriften so setzt, oder auf einer Plattform wie der von Apple, die Button-Beschriftungen in Titelform schreibt. Das ist die kurze Antwort auf die Frage „Title Case oder Sentence Case?“. Der Rest dieses Beitrags erklärt, warum, und wie du entscheidest, wenn es nicht offensichtlich ist.

Der Unterschied an einem Beispiel

Die Titelform schreibt die wichtigen Wörter groß und lässt kurze Funktionswörter klein: How to Write a Headline That Gets Read. Die Satzform schreibt nur groß, was auch in einem normalen Satz groß wäre, im Englischen also das erste Wort sowie Namen und Abkürzungen: How to write a headline that gets read.

Gleiche Wörter, anderes Signal. Die erste Variante wirkt wie der Name von etwas. Die zweite liest sich, als würde jemand mit dir sprechen. Und achte darauf, was keiner der beiden Stile antastet: Namen. Back up your photos to Google Drive behält seine Großbuchstaben auch in Satzform, denn der Großbuchstabe eines Eigennamens gehört zu seiner Schreibung und ist keine Stilfrage. Unser Ratgeber zur Großschreibung von Eigennamen behandelt die kniffligen Fälle wie iPhone und eBay.

Wer was verwendet, und wo

Du musst nicht raten, was die Branche macht. Mehrere große Organisationen veröffentlichen ihre Regeln, und die zeigen größtenteils in dieselbe Richtung.

  • Der Google developer documentation style guide schreibt für Dokumenttitel und Überschriften die Satzform vor: Großgeschrieben werden das erste Wort, das erste Wort nach einem Doppelpunkt und Eigennamen.
  • Der Microsoft Writing Style Guide macht die Großschreibung im Satzstil zum Standard für Überschriften, Titel und UI-Beschriftungen wie die Namen von Buttons und Kontrollkästchen. Laut dem Guide gilt sie auch für Titel von Blogbeiträgen, Dokumentationsartikeln und Pressemitteilungen; die Titelform bleibt Produktnamen, Buch- und Songtiteln, Artikeltiteln in Quellenangaben und Berufsbezeichnungen von Personen vorbehalten.
  • Apples Human Interface Guidelines gehen bei Buttons den umgekehrten Weg und empfehlen Großschreibung im Titelstil, mit Beschriftungen wie „Add to Cart“.
  • Der AP-Stil, in vielen US-Redaktionen der Standard, setzt Nachrichtenüberschriften in Satzform, schreibt Werktitel (Bücher, Filme, Songs, Fernsehsendungen) aber in Titelform.
  • Der APA-Stil verwendet die Titelform für die Überschriften einer Arbeit und für Titel, die im Text erwähnt werden, und wechselt dann im Literaturverzeichnis bei Artikel- und Buchtiteln zur Satzform.

Selbst The Chicago Manual of Style, das Nachschlagewerk, das man am ehesten mit der Titelform verbindet, hat den Wandel anerkannt. In der 18. Auflage (2024) wurde „headline style“ in „title case“ umbenannt, mit dem Hinweis im Vorwort, dass echte Nachrichtenüberschriften oft wie Sätze großgeschrieben werden.

Warum die Satzform der bessere Standard ist

Sie hat nur eine Regel

Die Titelform hängt an einer Liste von Ausnahmen, und bei dieser Liste sind sich die großen Styleguides nicht einig. Heißt es „Working From Home“ oder „Working from Home“? AP und APA sagen Ersteres, Chicago Letzteres, aus Gründen, die wir in unserem Vergleich der Großschreibung nach AP, Chicago und APA aufdröseln. Teams mit Titelform diskutieren am Ende in Review-Kommentaren über Präpositionen. Die Satzform hat eine einzige Regel (groß ist, was auch im normalen Satz groß wäre), also kommen zehn Schreibende ohne Nachschlagetabelle zum selben Ergebnis.

Namen fallen auf

Wenn alles andere kleingeschrieben ist, trägt ein Großbuchstabe Information. In „Open Settings and turn on Location Services“ zeigen dir die Großbuchstaben, welche Wörter Dinge auf dem Bildschirm sind. Setzt du dieselbe Zeile in Titelform, „Open Settings and Turn On Location Services“, sieht jedes Wort wie ein Name aus, und das nützliche Signal verschwindet.

Sie hält auch lange Zeilen aus

Je länger eine Überschrift wird, desto schwerfälliger wirkt die Titelform. Everything You Need to Know Before Moving Your Team to a Four-Day Week ist eine Wand aus Großbuchstaben; in Satzform liest sich dieselbe Zeile so leicht, wie man sie sprechen würde. Am meisten leiden Zwischenüberschriften, die meist länger und gesprächiger sind als Seitentitel.

Sie funktioniert auch über Sprachgrenzen hinweg

Die Titelform ist vor allem eine Gewohnheit des Englischen. Die MLA zum Beispiel schreibt englische Titel in Titelform, Titel in anderen Sprachen aber in Satzform, und sagt, dass Chicago demselben Prinzip folgt. Wird deine Oberfläche übersetzt, gibt ein Ausgangstext in Satzform den Übersetzern ein Muster, das auch in ihrer Sprache funktioniert.

Wann die Titelform die richtige Wahl ist

  • Werktitel. Nennst du im Fließtext ein Buch, einen Film, ein Album oder einen Bericht, verlangt fast jeder Styleguide die Titelform: The Lord of the Rings, nicht The lord of the rings. Die große Ausnahme ist das Literaturverzeichnis nach APA.
  • Plattformkonventionen. Entwickelst du für Apple-Plattformen, halte dich bei Buttons und Menüs an den Titelstil des Systems, damit deine App neben den vorinstallierten Apps nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
  • Ein etablierter Hausstil. Setzt eine Publikation seit Jahren Überschriften in Titelform, sieht ein einzelner umgestellter Artikel einfach falsch aus.
  • Kurzer Anzeigetext. Eine Abschnittsbeschriftung aus drei Wörtern oder ein Folientitel verträgt die Titelform problemlos. Behandle das als Designregel: einmal entscheiden, überall anwenden.
  • Namen, die aus ganzen Wortgruppen bestehen. Tarifnamen, Veranstaltungsnamen und Berichtstitel („Annual Report 2025“) sind Eigennamen und behalten ihre Großbuchstaben deshalb auch in einer Überschrift in Satzform.

Die Entscheidung auf einen Blick

Wo der Text stehtUnsere WahlWarum
Titel von BlogbeiträgenBeides; wir tendieren zur SatzformMicrosoft und Google nutzen die Satzform; die Titelform ist in Ordnung, wenn sie schon dein Hausstil ist
Zwischenüberschriften (H2, H3)SatzformLänger, häufiger, leichter einheitlich zu halten
Buttons, Menüs, FormularbeschriftungenSatzform (Titelform auf Apple-Plattformen)Liest sich wie eine Anweisung; richte dich nach der Plattform, für die du veröffentlichst
E-Mail-BetreffzeilenSatzformWirkt wie eine Nachricht von einem Menschen statt wie ein Plakat
FolientitelBeides, aber einheitlichKurzer Anzeigetext, also funktioniert beides
Bücher, Filme, Artikel, die du erwähnstTitelformNahezu universelle Konvention
LiteraturverzeichnisseWas der Zitierstil vorgibtAPA nutzt die Satzform, MLA und Chicago die Titelform

Beides auf einer Seite mischen

Viele Websites setzen den Seitentitel in Titelform und jede Zwischenüberschrift in Satzform. Das ist in Ordnung, solange es eine Regel ist und kein Zufall: gleiches Element, gleicher Stil, jedes Mal. Nachlässig wirken zwei H2 auf derselben Seite in unterschiedlichen Stilen oder ein Menü, in dem „Account settings“ neben „Billing History“ steht. Leg für jeden Elementtyp (Seitentitel, Zwischenüberschrift, Button, Tabellenkopf) einen Stil fest, schreib jede Regel in einer Zeile auf und prüfe neue Seiten anhand dieser Liste.

Eine bestehende Seite umstellen

Der Wechsel zwischen den Stilen ist in die eine Richtung mechanisch, in die andere nicht. Von der Satzform zur Titelform heißt es vor allem: Regeln befolgen. Von der Titelform zur Satzform musst du wissen, welche Großbuchstaben zu Namen gehörten. Unser Konverter für Groß- und Kleinschreibung kann beides, mit Grenzen, die du kennen solltest, bevor du eine ganze Seite einfügst:

  • Satzform schreibt jedes Wort klein und dann den ersten Buchstaben jedes Satzes groß. Kurze Abkürzungen wie NASA und Namen mit Großbuchstaben mittendrin wie iPhone lässt sie so, wie du sie getippt hast, aber sie kann einen gewöhnlich aussehenden Namen nicht von einem gewöhnlichen Wort unterscheiden. Aus „Back Up Your Photos to Google Drive“ wird deshalb „Back up your photos to google drive“. Solche Namen musst du danach von Hand korrigieren.
  • Titelform schreibt jedes Wort groß, ausgenommen eine feste Liste kurzer Wörter (Artikel, „and“, „but“, „or“ und kurze Präpositionen). „iPhone“ und „NASA“ lässt sie in Ruhe, wenn du sie so tippst, aber kommt der ganze Text in Großbuchstaben an, kann sie eine Abkürzung nicht von einem anderen Wort unterscheiden.

Beide Buttons liefern dir schnell einen ersten Entwurf. Keiner ersetzt das kurze Gegenlesen auf Namen, Marken und Abkürzungen, und die Titelform verlangt ein paar Ermessensentscheidungen, die eine Wortliste nicht treffen kann. Durch diese führt dich unser Praxisleitfaden zur Großschreibung in Überschriften.

Die Faustregel

Liest jemand den Text mitten in einer Tätigkeit (ein Button, eine Beschriftung, eine Benachrichtigung, eine Überschrift innerhalb eines Artikels), nimm die Satzform. Benennt der Text ein Werk oder verlangt es eine Konvention, auf die du verweisen kannst, nimm die Titelform. Und wenn du dich immer noch nicht entscheiden kannst, wähle die Satzform: Bei ihr muss niemand etwas nachschlagen. Für die vollständigen Styleguide-Regeln hinter beiden ist die Seite zur Großschreibung im Microsoft Writing Style Guide eine klare, kostenlose Referenz.

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